Re 4/4I 10001

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden konkrete Pläne für einen neuen, leichten und schnellen Triebfahrzeugtyp geschmiedet. Besonderes Augenmerk legte man dabei auf die Fähigkeit, Kurven mit höherer Geschwindigkeit befahren zu können. Als Vorbild diente die schwere Ae 4/4 251 der BLS.

Ab 1946 wurde eine neue Schnellzugslokomotive in einer Stückzahl von 50 Fahrzeugen abgeliefert. Ihr Einsatzgebiet war die Führung von Schnellzügen auf der Ost-West-Achse.

Während die SLM den mechanischen Teil erstellte, leitete MFO die elektrische Konzeption und teilte sich die Arbeit mit den Firmen BBC und SAAS. In zwei Teilserien wurden ab 1946 bis 1951 die Lokomotiven 401 - 426 und 427 - 450 abgeliefert. Die Lokomotiven der zweiten Serie wurden ohne elektrische Bremse gebaut. Auch die Vielfachsteuerung, welche den ersten sechs Lokomotiven eingebaut und später bei der ganzen ersten Serie nachgebaut wurde, kam bei der zweiten Serie nicht zum Zug.

Ab 1965 waren sie als 10001-10050 im Einsatz. Die Bezeichnung Re 4/4I bekamen sie mit der Ablieferung der Re 4/4II. In den 1960er Jahren wurden sie von den obgenannten Re 4/4II und den RBe 4/4 in andere Dienste verdrängt.

Zwischen 1996 und 1998 wurden die Loks ausgemustert. Betriebsfähig blieben die 10001 in Olten und die 10044 in Rapperswil. Eine Handvoll sind noch bei einzelnen privaten Eisenbahnverkehrsunternehmungen im Einsatz.

Um bei Pendelzügen den freien Durchgang für Personen zu gewährleisten, wurden bis zur Nummer 426 Stirnwandtüren und Seitengänge vorgesehen. Erstmals bei SBB-Lokomotiven fanden die automatischen Bremsgestängesteller „Stopex“ Verwendung. Für Anfahren unter grosser Last wurde ein pneumatischer Achslastausgleich eingebaut.

Eine grosse Gewichtsersparnis brachte der von BBC neu entwickelte Transformator mit Radialblechung.

Die Steuer- und Führerbremsventile der Bauart „Westinghouse“ ersetzte man durch solche der Firma Oerlikon. Auch die G/P/R Schalter wurden vereinfacht, die Stellung „G“ entfernt. Mitte der 60er Jahre wurden die Speichen der Räder verstärkt.

Zwischen 1958 und 1960 wurden die Lokomotiven umnummeriert in 10001 - 10050.

Einsatzbereich und Depotzugehörigkeit der Lok 10001

  • 1946 Versuchsfahrten Depot Bern
  • 1946-1953 Zürich
  • 1953-1977 Luzern
  • 1977-1994 Bellinzona
  • 1994-1996 Olten
  • 1996 Historisches Fahrzeug Olten
  • Betreuung durch Team 10439 Historische Loks Olten